Für ruhigen Schlummer: So hilft der Zahnarzt bei Schlafproblemen

Jeder von uns verbringt rund 24 Jahre seines Lebens im Bett. Mal schlafen wir wie ein Baby, mal sind wir bis spät in die Nacht wach. Müde Augen am Morgen müssen aber nicht immer mit der lauten Musik von nebenan oder dem schnarchenden Partner zu tun haben. Wie gut wir schlafen, hängt auch von unseren Zähnen ab. Wir erklären heute, wie der Zahnarzt bei Schlafproblemen helfen kann.

Zehnmal höherer Kaudruck beim Knirschen

Unser Gehirn macht auch nachts keine Pause. Manchmal produziert es die wildesten Alpträume, während es den Ballast vom Tag verarbeitet. In der sogenannten REM-Phase (rapid eye movement) ist es besonders aktiv. Viele Träumer knirschen deshalb in dieser Schlafphase mit den Zähnen, weil sie die Probleme vom Tag im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal durchkauen.

Bis zu 45 Minuten reiben die Betroffenen die Zähne mit einem Druck aufeinander, der zehnmal höher ist als der gewöhnliche Kaudruck. Das machen die Zähne nicht lange mit. Selbst der Zahnschmelz – eines der härtesten Materialien des Körpers – muss sich irgendwann den Knirschkräften beugen.

„Es entstehen Zahnhartsubstanzverluste, sog. Attritionen oder Schliffflächen, darüber hinaus kleine Schmelzrisse und Frakturen der Zahnhartsubstanz. Durch den starken Druck kommt es zu Zahnschmelzaussprüngen und auch zu keilförmigen Defekten am Zahnhals“, schreibt die Bundeszahnärztekammer zum Thema Zähneknirschen.

Viele Knirscher leiden unter CMD

Doch nicht nur die Zähne leiden. Knirscher wachen häufig mit starken Verspannungen im Kieferbereich auf. Die Betroffenen können oft den Mund nicht mehr richtig öffnen. Dann spricht der Mediziner von einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Neben extremen Verspannungen können auch Tinnitus und Schwindel die Folgen von CMD sein.

Hilfe kommt vom Zahnarzt: „Der Zahnarzt kann mit Hilfe von Aufbissschienen (Okklusionsschienen) einerseits zum Schutz der vorhandenen Zahnhartsubstanz und des Zahnhalteapparates beitragen und andererseits durch gezielte Registrierverfahren für eine entspannte Lage der Kiefer sorgen“, schreibt die Bundeszahnärztekammer.

Auch Schnarcher finden Hilfe in der Praxis

Viele Menschen in Deutschland gehören zu den sogenannten Apnoe-Schnarchern. Bei ihnen entspannten sich die Rachenmuskeln und Zunge noch stärker als bei Normal-Schnarchern. Dadurch werden die Atemwege teilweise blockiert und die Atmung kann bis zu zehn Sekunden aussetzen. Dem Blutkreislauf und dem Gehirn fehlen in dieser Zeit Sauerstoff.

Der Zahnarzt kann auch hier mit speziellen Schienen helfen, die Zahnspangen und einem Sportlermundschutz ähneln.

„Die zweiteiligen, nach Gebissabdrücken hergestellten Zahnschienen halten Unterkiefer, Zunge und Gaumensegel während des Schlafes vorn. So bleibt der Rachenraum weit geöffnet, die schlaffen Rachenmuskeln werden stabilisiert und die Lunge wird wieder mit genügend Luft versorgt, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu sättigen“, informiert die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche
Schlafmedizin (DGZS).

Der Zahnarzt gibt Tipps für gesundes Schlafen

Wer Probleme beim Schlafen hat, sollte seinen Zahnarzt um Hilfe bitten. Der Profi in der Praxis erkennt schnell, ob nächtliches Knirschen oder Apnoe-Schnarchen Gründe für die Ruhestörung sind. Ihren Partner wird’s sicherlich genauso freuen.

Autor: Christian Buhl  (information-mundgesundheit.de)

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Kommentare: 1
  • #1

    Klaus Schenkmann (Freitag, 16 Februar 2018 22:36)

    Die Zähne und die Kaumuskulatur beeinflussen den ganzen Körper!